Ich war kein Frühstückskind. Das Frühstück, viel gepriesen und zur Königsdisziplin unter den Mahlzeiten erkoren, war für mich eine zähe Angelegenheit. Liebevoll geschmierte Frühstücksbrote, in appetitlich kleine Häppchen geschnitten, wurden für mein Grundschul-Ich zu unbezwingbaren Bergen. Wieder und wieder wurde das blondbezopfte, etwas schlaksige Mädchen ermuntert, doch bitteschön zu frühstücken. Denn ein gutes Frühstück sichert einen gelungenen Start in den Tag, gibt Energie und lässt uns groß und stark werden.
Doch ich hatte einfach keinen Hunger, so früh am Morgen war mein Magen noch nicht in der Stimmung für Nahrung. In Gedanken war ich hier und dort, fragte mich, ob meine Freundin heute in der Pause mit mir spielen würde oder lieber dem Klassenschwarm Zettelchen hinkritzelte. Ob Anton Bohnsack aus meinem aktuellen Lieblingsbuch wieder Besuch vom kleinen Vampir erhalten würde. Ob ich das mehrstrophige Gedicht, das ich am Vorabend mit meinem Vater auswendig gelernt hatte, auch wirklich aufsagen konnte. Gewichtige Gedanken für eine Sechsjährige. Mit meinem Kopf war ich überall, aber nicht bei den Brothäppchen ohne Rinde, die auf meinem Teller lagen.
Doch mir ist inzwischen klar, dass es wichtig ist, die Energiespeicher am Morgen aufzufüllen. Meinem Körper zu einem guten Start in den Tag zu helfen, indem ich mich in Form eines nährenden Frühstücks um ihn kümmere. Auch, wenn ich nach wie vor frühmorgens noch keinen Riesenappetit habe und entgegen meiner Natur kleine Portionen bevorzuge, so habe ich inzwischen gelernt, dass es mir besser geht, wenn ich frühstücke. Andernfalls würde mich der Heißhunger eine Stunde später an der Arbeit eiskalt erwischen. Oder ich würde müde und frierend über meiner Tastatur hängen, in Gedanken beim nächsten Nickerchen. Oder ich wäre knatschig bis zum Abwinken, so dass ich mich selbst nicht mehr leiden könnte.
Ich stehe morgens auf komplexe Kohlenhydrate, die Energie geben und dies für längere Zeit. Oatmeals sind dafür perfekt geeignet. Lecker. Sättigend. Ohne zu stopfen. Schnell zubereitet. Denn auch wenn ich gern in der Küche stehe, morgens ist die Zeit in der Regel knapp. Statt glutenfreier Haferflocken sind mir Buchweizenflocken eine willkommene geschmackliche Alternative für meinen Frühstücksbrei. Gesunde Powerpakete diese Flocken, glutenfrei, mit einem himmlischen nussigen Eigengeschmack. Buchweizen rockt.
Buchweizenflocken erhaltet ihr im Reformhaus oder Biomarkt. Die Flocken müssen nicht kochen, sondern lediglich in der heißen Milch ziehen und können somit im Handumdrehen auf eurem Frühstücksteller landen. Wenn ich schreibe, die Flocken "müssen" nicht kochen, meine ich im Grunde, sie sollten auch nicht kochen. Buchweizen bindet ähnlich gut wie Tapetenkleister und wenn ihr mit eurem Buchweizenporridge keine Scheiben einschmeißen wollt, solltet ihr diesen Rat bitte beherzigen und den Topf vom Herd ziehen, kurz bevor die Buchweizenflocken kochen. Denn dann steht einem cremigen, zufrieden machenden Frühstück nichts im Wege ❤.
Für 2 Personen braucht man:
80 g Buchweizenflocken
375 ml Reismilch, ungesüßt
1-2 EL Ahornsirup
2 EL Kakaopulver
1 gestrichener TL Zimt + etwas Zimt für die Birnen
1 große Birne (ca. 250 g)
1 TL mildes Öl, z. B. Rapsöl
1 Handvoll Walnusskerne
1-2 EL Erdnussbutter
So geht es:
1. Die Walnusskerne grob hacken und in einer kleinen Pfanne ohne Fett von allen Seiten rösten, bis sie duften. Gut aufpassen, dass die Kerne nicht anbrennen. Die Walnusskerne aus der Pfanne auf einen kleinen Teller geben.
2. In derselben Pfanne 1 EL Öl erhitzen. In der Zwischenzeit die Birne waschen, das Kerngehäuse entfernen und die Birne in schmale Spalten schneiden. Den Herd auf mittlere Hitze reduzieren, die Birnenspalten in die Pfanne geben und zwei Minuten von jeder Seite rösten. Sie sollte ein wenig Farbe bekommen, aber noch bissfest sein. Mit etwas Zimt bestäuben und beiseite stellen.
3. Die Buchweizenflocken in einen Topf geben und mit Kakaopulver, 1 EL Ahornsirup und 1 TL Zimt vermengen. Mit der Reismilch aufgießen und unter Rühren vorsichtig erwärmen. Dabei darauf achten, dass die Milch nicht kocht, weil die Flocken sonst sehr schnell binden und das Porridge zu fest wird. Die Flocken gründlich umrühren, damit nichts am Topfboden anhängt und nach einer Minute kontrollieren, ob das Porridge warm genug ist. Ideal ist es, wenn das Porridge kurz davor ist, leicht zu köcheln, ihr merkt dann, wie die anfangs flüssige Konsistenz leicht breiig wird. So wollen wir es haben ❤.
4. Wenn das Porridge die gewünschte Temperatur erreicht hat, 1 EL Erdnussbutter unterrühren. Eventuell mit etwas Ahornsirup nachsüßen.
5. Das Porridge auf zwei Schalen verteilen, in jede Schale einen Klecks Erdnussbutter geben, alles mit Birnenspalten und Walnusskernen bestreuen.
Enjoy ❤! Eure









