Mittwoch, 25. April 2012

Chicorée in Sahnesoße mit Sesamkartoffeln



Ob ihr es glaubt oder nicht, ich habe noch nie Chicorée gegessen. Ich hatte ihn vor einiger Zeit schon als "bitteres" und damit für mich ungenießbares Gemüse abgespeichert. Ich weiß nicht, wer oder was mich also nun geritten hat, drei Chicoréeköpfe vom Gemüsehändler mitzubringen. Vielleicht, weil es endlich Frühling wird und Chicorée in seinem zarten Weiß-Grün so schön frühlings-frisch aussieht? Vermutlich aber auch, weil dann doch meine Neugier gesiegt hat und ich es mag, (für mich) neue Schätzchen zu entdecken.
Und ob ihr es nun glaubt oder nicht - ich finde Chicorée toll! Nie hätte ich geglaubt, dass er so lecker und aromatisch schmeckt. Wenn ein "Koch-Experiment" so lecker ausgeht, bin ich ungelogen richtig happy ;-).
Ich hatte mich entschieden, den Chicorée kurz anzurösten, dann zu dünsten und eine Sahnesoße dazu zu servieren. Kombiniert habe ich den Chicorée mit Walnüssen, deren süßliches Aroma toll mit der leicht herben Note des Gemüses harmoniert. Getrocknete und in Öl eingelegte Tomaten haben das Ganze geschmacklich abgerundet, ebenso viel frische Petersilie. Zu Sesamkartoffeln muss ich sicherlich nicht viel sagen, die sind einfach immer wieder herrlich. Eines steht fest: Chicorée wird es nun auf jeden Fall häufiger bei uns geben :-). Ach ja, das Foto ist ziemlich blöde - das kommt davon, wenn es draußen schon dunkel ist und die "gute Kamera" gerade nicht zur Hand ist. Büddebüdde, nicht davon abschrecken lassen.

Für 2 Personen braucht man:
3 Chicoréeköpfe
1 kleine Zwiebel
100 ml Gemüsebrühe
200 ml Sojasahne
1 EL Tomatenmark
1/2 TL Zitronensaft
1 kleinen Bund glatte Petersilie
2-3 EL Walnusskerne
4-5 große, in Öl eingelegte Tomaten
1 EL Margarine
1 Schuss trockenen Weißwein
Salz und Pfeffer

Für die Sesamkartoffeln braucht man:
600 g neue, kleine Kartoffeln
2 EL Margarine
2-3 EL Sesamsamen
1 TL Kräutersalz

So geht es:
Zunächst die Kartoffeln waschen und mit Schale gar kochen. Während die Kartoffeln kochen, das Chicoréegemüse zubereiten.
Die Chicoréeköpfe von den äußersten Blättern befreien, waschen und keilförmig den (bitteren) Strunk herausschneiden. Wer mag, halbiert den Chicorée nun der Länge nach, dann aber darauf achten, dass er nicht auseinanderfällt. Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Die Margarine in einer Pfanne zerlassen und die Zwiebelwürfel darin hellbraun anrösten (möglichst keine Antihaftpfanne verwenden, das ist für die Röststoffe förderlicher). Den Chicorée dann ebenfalls in die Pfanne geben und kurz bei hoher Hitze anrösten lassen. Mit der Gemüsebrühe und dem Zitronensaft angießen, die Hitze auf niedrigste Stufe stellen und den Chicorée zugedeckt 15-20 Minuten dünsten.
In der Zwischenzeit die Petersilie waschen, trocknen und fein hacken. Die Walnusskerne grob zerkleinern. Die in Öl eingelegten Tomaten in Streifen schneiden.
Wenn der Chicorée gar ist (er sollte noch etwas Biss haben), die Köpfe aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Die Temperatur auf mittlere bis hohe Hitze stellen und das Tomatenmark unter die Kochflüssigkeit rühren. Nach und nach die Sahne hinzugießen und zu einer sämigen Soße einköcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen und einem Schuss Weißwein abschmecken. Ist die gewünschte Konsistenz erreicht, Walnüsse, Tomaten und Petersilie unterziehen. Zu guter Letzt den Chicorée in die Soße setzen und warm halten.

Die inzwischen gar gekochten Kartoffeln abgießen. In einer Pfanne die Margarine zerlassen, die Sesamsamen und das Kräutersalz unterrühren und die Kartoffeln kurz darin schwenken.

Chicorée und Kartoffeln anrichten, fertig :-).

Sonntag, 22. April 2012

Mandelkrokant-Kuchen mit Vanillefüllung


Dieser Kuchen entstand, weil ich Lust auf einen möglichst simplen, aber nicht gar zu trockenen Rührkuchen hatte. Zum Sonntagskaffee finde ich schlichte, klassische Rührkuchen bisweilen wunderbar. Der Kuchen hat eine Haube aus Mandelkrokant, die mitgebacken wird und schön nussig schmeckt. Damit das Ganze dann nicht gar so trocken daherkommt, hat der Kuchen eine Füllung aus einem Vanillepudding bekommen, den ich mit weniger Flüssigkeit zubereitet habe als üblich. So erhält die Füllung eine "kuchenfreundlichere" Konstistenz und quillt beim Schneiden nicht in alle Himmelsrichtungen hervor. Für die Zubereitung des Puddings habe ich keine Hafer-, sondern Sojamilch verwendet. Mit Hafermilch schmeckt das Ganze natürlich auch, doch verleiht sie Vanillepudding oft eine schmutzig-gräuliche Farbe. Geschmacklich tut das dem Kuchen keinen Abbruch, aber irgendwie stört's mich dann doch, hach ja.

Für den Kuchenteig (für eine Springform mit 26 cm Durchmesser) braucht man:
125 g zimmerwarme Margarine
125 g Zucker
1 Prise Salz
1 reife Banane
250 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
ca. 10 EL Sojamilch

Die Margarine mit Zucker und Salz cremig rühren. Die Banane kleinschneiden und unterrühren. Mehl mit Backpulver vermischen und abwechselnd mit der Sojamilch unterrühren, so dass ein schwer reißender Teig entsteht. Den Boden einer Springform mit Backpapier belegen und den Teig darauf geben. Den Backofen auf 180° C vorheizen.

Für die Mandelkrokanthaube braucht man:
175 g Mandelblättchen oder Mandelstifte
75 g Zucker
80 g Margarine
5 EL Sojamilch

Die Mandelblättchen (oder -stifte) in einem Mixer fein mahlen. Wer keinen Mixer für Nüsse hat, kann die Mandeln auch mit einem Messer zerkleinern, dann wird der Krokant nicht ganz so fein, schmeckt aber auch gut. Die gemahlenen (oder gehackten) Mandeln mit Zucker, Margarine und Sojamilch in einen kleinen Topf geben und alle Zutaten bei geringer Hitze so lange verrühren, bis eine sämige Masse entsteht. Die Krokantmasse auf den Kuchenteig streichen. Die Springform in mittlerer Einschubhöhe in den Ofen schieben und den Kuchen 35-40 Minuten backen. Den fertig gebackenen Kuchen herausnehmen, noch 5 Minuten in der Form ruhen lassen, dann aus der Form holen und abkühlen lassen.

Für die Vanillefüllung braucht man:
1 1/2 Päckchen Vanillepuddingpulver
500 ml Sojamilch
5 EL Zucker

Das Puddingpulver mit dem Zucker in ein Schüsselchen geben und mit 6 EL von der Sojamilch verrühren. Die restliche Sojamilch in einem Topf zum Kochen bringen, das angerührte Puddingpulver dazugeben und unter Rühren einmal kurz aufkochen lassen. Hitze sofort reduzieren und den Pudding noch 1 Minute leicht köcheln lassen, dann vom Herd nehmen. Unter gelegentlichem Umrühren den Pudding auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Den in der Zwischenzeit ebenfalls etwas abgekühlten Kuchen mit einem scharfen Messer einmal waagerecht halbieren. Auf den unteren Boden den zimmerwarmen Pudding geben und glatt streichen. Den oberen Teigboden wieder aufsetzen und andrücken. Wie bei allen Kuchen mit Pudding- oder Cremefüllung macht ein Kühlschrankaufenthalt vor dem Servieren Sinn. Wer mag, bestäubt den Kuchen vor dem Servieren noch mit Puderzucker.


Samstag, 10. März 2012

Blätterteigecken mit Kartoffel-Linsen-Füllung


Blätterteig ist einfach lecker - egal, ob man ihn süß oder herzhaft füllt. Ebenfalls toll finde ich, dass gefüllter Blätterteig sowohl heiß, direkt aus dem Ofen, als auch kalt prima schmeckt. Für die Füllung dieser Blätterteigecken habe ich rote Linsen und Kartoffeln verwendet, denen ich mit Curry- und Chilipulver einen leicht indischen Touch gegeben habe. Curry gehört zu einem meiner liebsten Gewürze bzw. eigentlich handelt es sich dabei ja um eine Gewürzmischung - je nach Lust und Laune verwende ich eine fertige Mischung oder bastele sie mir aus Kurkuma, Kreuzkümmel, Koriander und anderen Gewürzen selbst zusammen. So oder so - lecker finde ich die Currynote immer und sie macht sich bei den Blätterteigecken ausnehmend gut. Zusammen mit einem Salat ergeben diese Ecken ein feines Hauptgericht.

Für 6 große Blätterteigecken braucht man:
200 g Blätterteig
250 g Kartoffeln
80 g rote Linsen
100 g Champignons
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
6 EL Soja- oder Hafersahne
1 EL Öl
1 TL Currypulver, mild
1 gestrichener TL Salz
2 Messerspitzen Chilipulver

So geht es:
Die Kartoffeln schälen, grob würfeln und mit Wasser bedeckt in einem Topf gar kochen. Parallel dazu die roten Linsen weichen kochen.
In der Zwischenzeit die Zwiebel schälen und fein würfeln, die Knoblauchzehe ebenfalls schälen und würfeln. Die Champignons putzen und in kleine Stücke schneiden. Das Öl in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebelwürfel hineingeben und goldbraun anschwitzen. Die Champignonwürfel hinzugeben und weich schmoren. Zu guter Letzt die Knoblauchzehe kurz mitbraten, dann die Pfanne beiseite stellen und die Mischung etwas abkühlen lassen.
Sobald die Kartoffeln gar sind, das Wasser abgießen und die Kartoffelstücke zur Zwiebel-Pilz-Mischung geben. Die Kartoffeln dabei mit einer Gabel grob zerdrücken, es dürfen noch Stücke vorhanden sein. Die weich gekochten Linsen ebenfalls abgießen und zur Kartoffelmischung geben. Nun die Sojasahne und die Gewürze hinzugeben, alles gut miteinander vermengen.
Den Blätterteig auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und dünn zu einem Rechteck ausrollen. Mit einem Messer in sechs gleich große Quadrate teilen. Auf eine Hälfte von jedem Quadrat etwas von der Kartoffel-Linsen-Füllung setzen und flach drücken, dann die andere Hälfte des Blätterteigquadrates darüber klappen, so dass ein Dreieck entsteht. Die Blätterteigecken auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und bei 180° C im Ofen 15-20 Minuten backen. Noch heiß servieren.

Freitag, 24. Februar 2012

Scharfes Dinkelsüppchen mit Lauch und Champignons


Kaum zu glauben, aber ich poste hier nun ein weiteres Suppenrezept (obwohl ich eher ein Suppenkasper bin). Ich finde, diese Dinkelsuppe hat es einfach verdient, auf meinem Blog veröffentlicht zu werden, denn sie gehört zu den Lieblingssuppen des Kirschbienemanns. Dabei sieht diese Suppe - mal ehrlich - nicht besonders spektakulär aus. Auch die Zutatenliste liest sich eher bodenständig und wenig ausgefallen. Und dennoch - oder gerade deshalb - ist diese Suppe überraschend lecker, sättigend und vor allen Dingen gesund. Wenn man im Internet nach "Dinkel" sucht, findet man unzählige Seiten, die seine gesundheitsfördernde Wirkung preisen. Er ist das eiweiß- und vitaminreichste Getreide und soll dank seiner spezifischen Aminosäurenzusammen- setzung die Bildung stimmungsaufhellender Hormone bewirken. Dinkel wirkt zudem wärmend, was für Frierkatzen wie mich ideal ist :-).
Für diese Suppe habe ich ganze Dinkelkörner einmal durch meine Getreidemühle gejagt (ja, ich bin stolze Besitzerin eines solch feinen Gerätes) und zu grobem Schrot verarbeitet. Der Dinkelschrot ist innerhalb kurzer Zeit weich gekocht. Wer keine Getreidemühle besitzt und auch sonst keine Möglichkeit hat, an Dinkelschrot zu gelangen, kann auch die ganzen Körner verwenden. Diese sollten aber über Nacht in der doppelten Menge kaltem Wasser eingeweicht werden, damit sie beim Kochen rasch weich werden.
Ich habe der Suppe mit Cayennepfeffer die gewünschte Schärfe verpasst - eine Mengenangabe zum Pfeffer kann ich nicht geben, da sollte jeder selbst probieren, wie viel Schärfe er mag (und verträgt ;-)).
Alles in allem ist dies ein wunderbares Gericht für kühle Tage und stellt für mich die perfekte Kombination von "Fast Food" und Vollwertküche dar: Dieses gesunde, würzige Süppchen ist wahrlich im Handumdrehen zubereitet.

Für 2 Personen braucht man:
100 g Dinkel
1 Zwiebel
1 EL Öl
1 l Gemüsebrühe
1/2 Stange Lauch
200 g Champignons
30 ml Soja- oder Hafersahne
Salz
Pfeffer (weiß)
1/2 TL Paprikapulver (mild)
1/2 TL Kurkuma
Cayennepfeffer
50 g Räuchertofu

So geht es:
Den Dinkel in der Getreidemühle grob schroten (oder ganze Dinkelkörner über Nacht in kaltem Wasser einweichen). Die Zwiebel schälen und fein hacken, in dem Öl glasig andünsten. Den Dinkel(schrot) hinzugeben und unter Rühren eine halbe Minute lang rösten. Mit der Gemüsebrühe aufgießen und bei geschlossenem Deckel zehn Minuten leicht köcheln lassen.
In der Zwischenzeit die Lauchstange putzen und in Scheiben schneiden. Die Champignons ebenfalls putzen und in Scheiben schneiden. Beides zum Dinkel geben und alles in ca. weiteren zehn Minuten gar köcheln lassen.
Die Soja- oder Hafersahne unterrühren und die Suppe mit den Gewürzen pikant abschmecken. Den Räuchertofu würfeln und in die Suppe geben, kurz durchziehen lassen. Wer mag, bestreut die fertige Suppe vor dem Servieren noch mit frischer Kresse.

Freitag, 10. Februar 2012

Bananen-Cupcakes mit Schokolade


Heute gibt es ein Jubiläumsrezept von mir - vor genau einem Jahr habe ich nämlich meinen kleinen Blog gestartet und sage daher: "Happy Birthday to me" :-). Seit nunmehr sechs Jahren lebe ich inzwischen vegan und hey, es fühlt sich nach wie vor großartig an.
Ich freue mich auch, euch diese großartigen Cupcakes präsentieren zu dürfen (wenn es schon keinen "Geburtstagskuchen" gibt, dann wenigstens ein anderes Gebäck). Cupcakes werden ja allgemeinhin als die "edlen Verwandten" der Muffins bezeichnet. Im Unterschied zu Muffins werden Cupcakes gern aufwändig verziert, mit Buttercreme oder Ganache überzogen, mit Streuseln und Schokoladentupfen verziert und so weiter. Für Spielkinder wie mich ein schönes Betätigungsfeld :-). Ein weiterer Unterschied zwischen Cupcake und Muffin ist der, dass bei Muffins zunächst die trockenen Zutaten separat vermischt werden, bevor man die Flüssigkeit locker untermengt. Cupcakes hingegen bestehen aus einem klassischen Rührteig, bei dem man Fett mit Zucker schaumig rührt und dann nach und nach die einzelnen Zutaten unterrührt.
Der Teig, den ich für diese Cupcakes zubereitet habe, vereint Banane mit Schokolade - eine Kombination, die meiner Meinung nach gar nicht falsch sein KANN. Banane und Schokolade ergänzen sich wie Dick und Doof, Fix und Foxi oder Lucky Luke und die Daltons. Das Topping meiner Cupcakes besteht aus einer Schokoladencreme, die ziemlich mächtig, aber sehr lecker ist. Mehr als zwei Cupcakes wird also niemand schaffen.

Für 12 Cupcakes braucht man:
125 g Margarine
100 g Zucker
1 Prise Salz
1 größere Banane
250 g Mehl
2 TL Backpulver
80-100 ml Soja- oder Hafermilch
1 Päckchen Schokoladentröpfchen

So geht es:
Die zimmerwarme Margarine mit den Quirlen des Handmixers schön cremig rühren. Dieser Vorgang dauert ungefähr 3-4 Minunten. Den Zucker nach und nach einrieseln lassen und das Ganze schaumig rühren, so lange, bis der Zucker nicht mehr knirscht. Die Banane in kleine Stücke brechen und ebenfalls unterrühren. Die Prise Salz hinzugeben. Mehl und Backpulver gründlich mischen und nach und nach unter die Zuckermasse rühren. Als Letztes die Sojamilch dazugießen - zunächst nur einen Teil der Sojamilch unterrühren. Es ist wichtig, dass der Teig schwer reißend ist.
Eine Muffinform mit Papierförmchen auskleiden und jedes zu zwei Dritteln mit Teig füllen. Die Form in den vorgeheizten Backofen schieben und bei 175° C 25-30 Minuten backen. Die Cupcakes abkühlen lassen. Währenddessen die Schokoladencreme zubereiten.

Für die Schokoladencreme braucht man:
120 g Blockschokolade
100 g Margarine
75 g Puderzucker (wer es nicht so süß mag, verwendet weniger)

So geht es:
Die Blockschokolade im Wasserbad schmelzen lassen. Die flüssige Schokolade abkühlen lassen, dazu stellt man sie am besten in ein kaltes Wasserbad und rührt sie zwischendurch immer wieder um.
Die zimmerwarme Margarine mit den Quirlen des Mixers cremig rühren, dann den Puderzucker unterrühren. Die abgekühlte Schokolade dazugießen und alle Zutaten zu einer homogenen Masse verrühren.
Die Schokocreme in eine Spritztülle geben (wer hat) und die Cupcakes damit verzieren. Wer mag, kann die Cupcakes auch mit Schokostreuseln, getrockneten Bananenchips oder anderem verzieren.
Im Kühlschrank halten sich die Cupcakes ungefähr drei Tage (wegen der Schokoladencreme sollten sie auch genau dort aufbewahrt werden).

Sonntag, 5. Februar 2012

Rosenkohl-Quiche mit Cashewguss


Als Kind fand ich Rosenkohl schrecklich. Wie vermutlich viele Kinder, hatte ich eine tiefe Abneigung gegen alles, was herb oder bitter schmeckt. Je älter man wird, desto weiser wird man bekanntlich und auch Geschmäcker ändern sich im Lauf des Lebens. Und so sitze ich heute hier und verfasse ein Rezeptposting, in dem der alt-gehasste Rosenkohl die Hauptrolle spielt. Denn mittlerweile finde ich Rosenkohl einfach wunderbar und jedes Jahr, wenn die Fröste nahen, freue ich mich auf die beginnende Rosenkohlzeit.
Ich habe dem Rosenkohl in dieser Quiche Karotten an die Seite gestellt. Nicht nur, dass das Grün des Rosenkohls und das leuchtende Orange der Karotten ein hübscher Farbkontrast sind - beide ergänzen sich geschmacklich auch sehr angenehm: Herber Rosenkohl meets süßliche Karotte könnte also eine ebenfalls treffende Überschrift für dieses Rezept sein. Ich mag Gerichte, die aus Gegensätzen bestehen - weich & fest, herb & süß, mild & scharf usw. Solche gegensätzlichen Kompositionen bringen eine tolle Spannung in ein Gericht.
Überbacken wurde die Quiche mit einer Mischung aus gemahlenen Cashewnüssen, Sojagurt und Sojasahne. Cashewnüsse sind in der veganen Küche ja schon längst kein Geheimtipp mehr. Aus ihnen lässt sich "veganer Parmesan" ebenso herstellen wie "Frischkäse", als Füllung für Quiches und Aufläufe sind sie ebenfalls prädestiniert. Ihr leicht süßliches Aroma harmoniert meiner Meinung nach auch in diesem Rezept sehr gut mit den übrigen Zutaten. Der Kirschbienemann und ich haben große Teile dieser Quiche jedenfalls im Handumdrehen verputzt.
Wie bei allen meinen Rezepten, die mit Mürbeteig zubereitet werden, ist auch hier die Teigmenge eher knapp bemessen. Ich mag keine schuhsohlendicken Mürbeteigränder - weder bei Kuchen noch bei Quiches. Es macht zwar etwas mehr Arbeit, die Form mit dem Teig auszukleiden als das bei einem größeren Berg Teig der Fall wäre, doch ich finde, dass sich die Mühe in Grenzen hält. Außerdem wird man mit einem zarten und wie es sich eben gehört, schön "mürben" Quicheboden belohnt. Wer gern dicke Teigböden und -ränder mag, sollte die Zutatenmenge für das Teigrezept von Vornherein um ca. 1/3 erhöhen.

Für den Teig braucht man (für eine Springform mit 26 cm Durchmesser):
175 g Mehl
100 g kühle Margarine
1 TL Salz
2 EL kaltes Wasser
etwas frisch geriebene Muskatnuss

So geht es:
Mehl in eine Schüssel geben, die Margarine in kleinen Stücken dazu geben. Salz, Wasser und Muskatnuss ergänzen und aus den Zutaten rasch (mit möglichst kühlen Händen) einen glatten Teig kneten. Den Teig bis zur weiteren Verwendung in den Kühlschrank stellen.

Für die Quiche-Füllung braucht man:
400 g Rosenkohl
300 g Karotten
1 große Zwiebel
1 EL Öl
100 ml Gemüsebrühe
75 g Cashewnüsse
75 ml Hafermilch (oder eine andere Pflanzenmilch)
50 ml Sojasahne
100 g Sojagurt
50 g Räuchertofu
1 TL Zitronensaft
1 EL Hefeflocken
1 TL Speisestärke (Maisstärke)
Salz & Pfeffer

So geht es:
Den Rosenkohl putzen und halbieren. Die Karotten putzen und in dünne Scheiben schneiden. Größere Karotten zuvor der Länge nach halbieren. Die Zwiebel schälen und in Ringe schneiden, in dem Öl anbraten. Den Rosenkohl und die Karotten zugeben, mit der Gemüsebrühe ablöschen und bei geschlossenem Deckel und geringer Hitze in 10 Minuten bissfest dünsten.
In der Zwischenzeit die Cashewnüsse fein mahlen und in einer Schüssel mit Hafermilch, Sojasahne, Sojagurt, Zitronensaft, Hefeflocken und Speisestärke verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzig abschmecken. Den Räuchertofu würfeln und unterrühren.

Den Backofen auf 180° C (Umluft) vorheizen. Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen und mit dem Teig auskleiden. Den Rand ungefähr drei bis vier Zentimeter hoch ziehen. Nun das Gemüse auf den Teigboden geben und verteilen. Das Ganze mit der Cashewmischung begießen, diese ebenfalls gut verteilen und möglichst glatt streichen.
Die Quiche für 30 Minuten backen, dann den Ofen ausschalten und die Quiche für weitere fünf Minuten im Ofen "setzen" lassen. Schmeckt warm und kalt :-).

Donnerstag, 2. Februar 2012

Wachtelbohnen-Salat mit Schnittlauchdressing


Ich weiß nicht, wie es euch geht - aber mir fällt es im Winter oft schwer, Obst und Gemüse im Rohzustand zu essen. Rohkost funktioniert bei Minusgraden bei mir leider nur eingeschränkt, wobei ich vor allem deutlich weniger Appetit auf Obst habe als in der warmen Jahreszeit. Und bewundere all diejenigen, die auch bei Eis und Schnee täglich einen hohen Rohkostanteil auf ihren Teller laden (und auch essen). Für mich wäre das nur möglich, wenn ich ab sofort - sagen wir mal - unter der Sonne Kaliforniens leben würde. Oder an irgendeinem anderen sonnenverwöhnten Ort. Vielleicht ist das aber auch nur eine Frage der Gewöhnung. Salate gehen momentan jedenfalls deutlich besser als Obst, zudem kann ich diese mit einem kleinen Trick auf meinen Teller mogeln: Ich muss meinem Salat lediglich etwas "Handfestes" hinzufügen, dann darf der Rest gern roh sein. Mit etwas "Handfestem" meine ich z.B. Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Hülsenfrüchte.
In diesem Salat habe ich Wachtelbohnen und Kartoffeln vereint - die beiden passen meiner Meinung nach sehr gut zusammen und bringen jede Menge Proteine ins Spiel. Wachtelbohnen sehen in getrocknetem, ungekochtem Zustand wunderschön aus: Sie sind rötlich-beige marmoriert und sollen, wie der Name schon sagt, an Wachteleier erinnern. Durch das Kochen verliert sich diese schöne Musterung leider vollständig und die Bohnen erinnern eher an helle Kidneybohnen. Seufz, da war die Enttäuschung beim Blick in den Kochtopf groß. Aber beim nächsten Mal bin ich ja vorgewarnt. Wie alle Hülsenfrüchte haben auch Wachtelbohnen einen hohen Proteingehalt, so dass sie - oder ihre Verwandten - häufiger auf dem Speiseplan stehen sollten. Wachtelbohnen sind vom Geschmack her recht mild und haben keinen besonders ausgeprägten Eigengeschmack. Dafür nehmen sie aber andere Aromen wunderbar an und sollten daher mit würzigen Marinaden oder Soßen versehen werden. Ein idealer Geschmacksträger also :-).

Für 2 Personen braucht man:
100 g getrocknete Wachtelbohnen
500 g Kartoffeln
1 rote Paprika
1 Handvoll Cocktailtomaten
3 EL schwarze Oliven
1 Bund Schnittlauch
100 ml Gemüsebrühe
40 ml Sojasahne
3 EL Majonaise (gekauft oder selbstgemacht)
2 EL Hafermilch
1 EL Hefeflocken
2 EL Sesam- oder Walnussöl
1 EL Aceto Balsamico
1 TL Kräutersalz
normales Salz
weißen Pfeffer

So geht es:
Die Wachtelbohnen mit der dreifachen Menge Wasser übergießen und über Nacht einweichen (ich habe sie 12 Stunden einweichen lassen).
Am nächsten Tag das Einweichwasser abgießen und die Bohnen mit frischem Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Wenn das Wasser kocht, die Hitze reduzieren und die Bohnen bei geschlossenem Topfdeckel in ca. einer Stunde weich garen.
In der Zwischenzeit die Kartoffeln mit Schale ebenfalls garen. Wenn die Kartoffeln weich sind, abgießen und kurz etwas abkühlen lassen. Die Pellkartoffeln dann schälen, in Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben. Nun mit der Gemüsebrühe begießen und die Kartoffelscheiben ziehen lassen.
Die Paprika waschen und in kleine Würfel schneiden, die Cocktailtomaten ebenfalls waschen und vierteln. Die Oliven entsteinen und halbieren.
Wenn die Bohnen gar sind, das Kochwasser abgießen und die Bohnen etwas abkühlen lassen. Die Kartoffelscheiben aus der Gemüsebrühe nehmen und mit den Bohnen, Paprika, Tomaten und Oliven in einer Schüssel vermengen.
Für das Dressing den Schnittlauch waschen und trocken schleudern, dann kleinschneiden. Die Sojasahne mit der Majonaise, Hafermilch, Hefeflöcken, Öl und Essig verrühren. Mit den Gewürzen pikant abschmecken und den Schnittlauch unterrühren.
Das Dressing über das Gemüse geben und alles gründlich verrühren. Der Salat schmeckt lauwarm ebensogut gut wie komplett abgekühlt.

Sonntag, 29. Januar 2012

Feiner Kirschkuchen


Dies ist ein einfacher, feiner Kuchen, der sich wunderbar zwischendurch backen lässt. Die Zutaten habe ich immer vorrätig, so dass er bei spontanem Kuchenhunger schnell auf der Kaffeetafel steht. Vor allem noch lauwarm schmeckt dieser Kuchen herrlich. Statt mit Kirschen backe ich den Kuchen auch gern mit Äpfeln - ich glaube, dies war sogar einer der ersten Kuchen, die ich jemals gebacken habe. Er begleitet mich also schon viele, viele Jahre und wird mir nie langweilig. Für den Rührteig verwende ich Sojamilch mit Vanillegeschmack, das gibt ihm ein tolles Aroma. Etwas Sojamehl gibt dem Teig zusätzliche Bindung, wobei ich den Eindruck habe, dass der Teig auch ohne funktionieren würde. Doch da Sojamehl sehr eiweißreich ist, nehme ich es in kleineren Mengen sehr gern zum Backen.
Wichtig ist, die Kirschen gründlich abtropfen zu lassen, da der Kuchen beim Backen sonst matschig würde. Ich habe die Kirschen daher ungefähr eine Stunde vor dem Backen ins Sieb getan und in der Spüle vor sich hintropfen lassen.

Für den Kuchen braucht man (für eine Springform mit 26 cm Durchmesser):
125 g zimmerwarme Margarine
100 g Zucker
1 Prise Salz
2 EL Sojamehl
4 EL Wasser
200 g Mehl
2 TL Backpulver
ca. 75-100 ml Sojamilch Vanille
1 Glas Kirschen, Abtropfgewicht ca. 350 g (Schattenmorellen eignen sich sehr gut)
1 EL Semmelbrösel
2 EL Mandelblättchen

So geht es:
Die Margarine mit den Quirlen des Handmixers cremig rühren. Dann Zucker und die Prise Salz hinzugeben und alles gründlich miteinander verrühren. Sojamehl und Wasser in ein Schüsselchen geben und miteinander verrühren, dann zu der Margarine geben und alle Zutaten vermixen. Das Mehl mit dem Backpulver hinzugeben und rasch unterrühren, dabei die Sojamilch nach und nach dazu gießen. Der Teig soll schwer reißend sein, daher zunächst nur einen Teil der Sojamilch unterrühren. Wenn Rührteig zu flüssig ist, kann der Kuchen nach dem Backen einen "Wasserstreifen" bekommen (das heißt, der Teig ist an manchen Stellen "klitschig" - was viele ja sogar ganz gern mögen ;-)).
Den Backofen auf 175° C (Umluft) vorheizen.
Den Boden einer Springform mit Backpapier belegen oder einfetten, dann den Teig hineingeben. Die abgetropften Kirschen mit den Semmelbröseln mischen, um noch vorhandene Flüssigkeit zu binden. Die Kirschen auf den Teig geben und gut eindrücken, mit den Mandelblättchen bestreuen. Die Kuchenform in den Ofen schieben und ungefähr 50 Minuten backen. Damit der Kuchen nicht zu stark bräunt, sollte er 10 Minuten vor Ende der Backzeit mit etwas Alufolie abgedeckt werden.
Nach dem Backen lässt man den Kuchen 5-10 Minuten in der Form ruhen, bevor man ihn hinausnimmt. Wer mag, bestäubt den fertigen Kuchen noch mit etwas Puderzucker.

Freitag, 27. Januar 2012

Gebratener Tempeh mit Kokosgemüse


Schon lange wollte ich mich an Tempeh versuchen, habe es dann aber immer wieder vergessen & vertagt oder war nicht in der richtigen Laune. Also lag die Tempehrolle eine ganze Weile unbeachtet im Kühlschrank - es ist relativ leicht, Tempeh zu ignorieren, da er im Rohzustand nicht besonders ansprechend aussieht. Im Gegenteil, als Lebensmittel wirkt er irgendwie fehlbesetzt und benachteiligt, mit seiner schmutzigen weiß-gräulichen Farbe und der eigenartigen Struktur. Ein kleiner Lebensmittel-Freak sozusagen.
Kürzlich war ich dann schlagartig in der richtigen Laune für etwas Neues und habe mich richtig darauf gefreut, endlich den missachteten Tempeh auszuprobieren - über den ich bisher nur hier und da etwas gelesen hatte. Was ich im Vorfeld wusste: Tempeh sollte länger eingelegt werden, da er eine Weile benötigt, um die Aromen der Marinade anzunehmen. Und dass Tempeh sehr eiweißreich ist, hatte ich ebenfalls mal gehört. Was ich erst im Nachhinein wusste: Verschwunden ist nach der Zubereitung alles Freakhafte.Tempeh ist lecker. Sehr sogar. Er hat eine etwas ungewöhnliche Note, die nach der Zubereitung noch leicht herauszuschmecken war und lohnt allemal, auf dem Teller zu landen.

Für 2 Personen braucht man:
200 g Tempeh
2 EL Sojasoße
1 EL Aceto Balsamico
1 1/2 TL Ahornsirup
3 kleine Knoblauchzehen, gepresst
1 TL mildes Paprikapulver
1 TL getrockneten Majoran
Salz und Pfeffer

Den Tempeh in Scheiben schneiden. Aus den übrigen Zutaten eine Marinade anrühren und die Tempehscheiben zwei Stunden darin marinieren.

Für das Gemüse braucht man:
1 kleine Zwiebel
200 g Egerlinge (oder Champignons)
1 Zucchini
1 rote Paprika
120 ml Gemüsebrühe
1/2 TL Johannisbrotkernmehl (man kann zum Binden auch Speisestärke verwenden)
300 ml Kokosmilch
Öl zum Braten
Currypulver, scharf
Salz und Pfeffer

So geht es:
Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Egerlinge putzen und in Scheiben schneiden, Zucchini und Paprika waschen und ebenfalls klein schneiden. Etwas Öl in einer beschichteten Pfannen erhitzen und die Zwiebelwürfel darin anschwitzen. Die Egerlinge hinzugeben und in wenigen Minuten leicht bräunen lassen. Zucchini und Paprika hinzugeben, eine Minute etwas anziehen lassen und mit der Gemüsebrühe aufgießen. Einen Deckel auflegen und das Gemüse bei niedriger Hitze in 5-10 Minuten bissfest dünsten.

Während das Gemüse vor sich hinsimmert, in einer zweiten Pfanne etwas Öl erhitzen und die Tempehscheiben von beiden Seiten braten.

Wenn das Gemüse fertig gegart ist, das Johannisbrotkernmehl mit 2 Esslöffeln Wasser klümpchenfrei anrühren und dazu geben, das Ganze einmal kurz aufkochen lassen. Nun die Kokosmilch dazu gießen und alles bei niedriger Hitze etwas einkochen lassen, so dass die Soße sämig wird. Mit den Gewürzen abschmecken.

Die Tempehscheiben und das Gemüse schmecken toll zu Reis - wir hatten eine bunte Mischung aus rotem Reis, Langkornreis und Wildreis. Auch zu Couscous stelle ich mir das Ganze toll vor.